Vom Herbst der Reformen kann man sich auch an den Kamin zurückziehen und Gabriel García Márquezs Roman „Der Herbst des Patriarchen“ aufschlagen. Am besagten Kamin würde man möglicherweise dem Einfall nachgeben, nicht sofort freilich, aber mit zunehmender Lektüre, den spanischen Titel „El otoño del patriarca“ mit „Der Herbst der Eliten“ zu übersetzen.
Der Palantir-Chef Alex Karp fordert, dass Deutschland sich den Schlaf aus den Augen reiben, sich neu erfinden, die Tugenden eines Unternehmers zeigen müsse, denn: „Deutschland steckt in einer Krise – und wenn es nicht handelt, verliert Europa sein industrielles Herz.“ Nachdem Bosch angekündigt hatte, 13.000 Stellen zu streichen, prognostiziert der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer: „Bis zum Jahr 2030 gehen wir davon aus, dass im gesamten Zulieferfeld rund 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Dabei sind Insolvenzen bei mittleren und kleineren Zuliefern nicht ausgeschlossen.“
Die Aussicht ist dementsprechend düster: „In Bremen, Dresden, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Stuttgart – überall stehen Flüge auf der Kippe. Das sind Hochburgen des Mittelstands, des Maschinenbaus, der Tech-Industrie. Diese Unternehmen brauchen direkte, schnelle Verbindungen in die Welt, die bislang über Zubringerflüge zu den internationalen Drehkreuzen Frankfurt und München sichergestellt werden. All diesen Regionen droht die Abkoppelung vom globalen Luftverkehr.“ Bischof erläutert, dass jedes Mittelstreckenflugzeug in Deutschland im Grunde ein mittelständisches Unternehmen ist, mit dem 170 Arbeitsplätze und 70 Millionen Euro Wertschöpfung in Verbindung stehen.
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