Der Netflix-Kurs gab nach. Laut der DZ Bank zahlt Netflix einen zu hohen Preis. Die Netflix-Aktien rutschten nach einem Auf und Ab im frühen Handel zuletzt mit drei Prozent ins Minus auf den niedrigsten Stand seit April. Die Warner-Aktien zogen derweil um fast vier Prozent auf 25,49 Dollar an, blieben damit aber deutlich unter dem Angebotspreis. Große Bedenken gibt es auf kartellrechtlicher Ebene, weil die Warner-Gruppe mit HBO auch ein starkes Streaming-Standbein hat.
Netflix will nur das Studiogeschäft und den Streamingdienst haben, die klassischen TV-Sender wie etwa der Nachrichtensender CNN sollen vorher noch unter dem Namen Discovery Global in eine eigenständige Firma abgespalten werden. Inklusive Schulden ist der Deal knapp 83 Milliarden Dollar schwer. Mit ihm holt sich Netflix unter anderem Batman, Superman und Harry Potter ins Haus sowie Serien wie „Game of Thrones“. Für den Abschluss der Übernahme planen die Firmen bis zu eineinhalb Jahre ein – auch weil die Wettbewerbshüter den Zukauf unter die Lupe nehmen werden. Experte Kannan Venkateshwar von Barclays rechnet mit einem langen Weg, bis der Zukauf tatsächlich über die Bühne geht – und fürchtet, dass die Anlageidee hinter den Netflix-Aktien vorerst unter dieser Unsicherheit leiden wird. Auch er betonte aber, sollte der Deal vollzogen werden, dass ein Unternehmen „von weltweit beispielloser Qualität“ entstehen würde.
Der Dow Jones Industrial festigte gleichwohl sein Dreiwochenhoch, indem er sich um bis zu 133 Punkte über die Marke von 48.000 Punkten vorwagte. Halten konnte er diese Marke jedoch nicht, denn über die Ziellinie ging er mit 47.955 Zählern, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutete. Das Rekordhoch vom November bei etwas über 48.430 Punkten kommt damit wieder in greifbare Nähe. Im Wochenverlauf legte der Leitindex ein halbes Prozent zu. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag ebenfalls um 0,2 Prozent auf 6.870 Zähler nach oben, während der technologielastige Nasdaq 100 mit 25.692 Punkten auf ein Plus von gut 0,4 Prozent kam. Für Bestmarken müssten diese beiden Indizes über 6.920 beziehungsweise 26.182 Punkte steigen.
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