Berlin rutscht weg – oder der Irrsinn mit dem Streusalz

vor 6 Monaten

Berlin rutscht weg – oder der Irrsinn mit dem Streusalz
Bildquelle: Tichys Einblick

Diese Stadt ist nicht „vom Wetter überrascht“. Sie ist von ihrer eigenen Dysfunktion gelähmt. Eisregen legt Berlin lahm und der Senat liefert das, was er am besten kann: Regeln für andere, Ausreden für sich selbst und eine Debatte, die immer dann beginnt, wenn die Rettungswagen schon Schlange stehen.

Am Mittwochabend musste die Feuerwehr die Lage offiziell eskalieren und „Auslastungsstufe 3 Rettungsdienst“ ausrufen. Früher hieß das ehrlicher: „Ausnahmezustand“. Das ist die Stufe, bei der für ganz Berlin nur noch zehn Rettungswagen oder weniger frei sind. Weniger dringende Notfälle warten, Pausen sind untersagt. Wer dann noch von „normalen Winterbedingungen“ spricht, hat entweder keinen Blick auf die Straße oder keinen auf die Realität.

Die Realität heißt: Sturz, Bruch, Rettungsstelle. Große Kliniken registrieren mitunter mehr als 100 Sturzverletzungen binnen 24 Stunden. Sprunggelenk, Handgelenk, Hüfte – dazu Kopf- und Gesichtsverletzungen. Betroffen sind alle Altersgruppen, aber vor allem ältere Menschen, die nach Eingriffen länger stationär versorgt werden müssen. Das ist nicht „ein bisschen glatt“. Das ist eine Stadt, die ihre Schwächsten in die Wohnung zurückdrängt, weil der Gehweg zur Gefahrenzone geworden ist.

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