Bei Maischberger: Transatlantisches Zittern

vor 6 Monaten

Bei Maischberger: Transatlantisches Zittern
Bildquelle: Tichys Einblick

US-Präsident Donald Trump spielt nicht nach den Regeln – und bekommt scheinbar doch das, was er will. Für das „regelbasierte Deutschland“ ist das ein Problem. Genau genommen für die Gäste von Sandra Maischberger. Auch Maischberger ist nun wieder aus ihrem Winterschlaf erwacht und – welch Wunder – befasst sich mit dem Problem aka Trump, welcher über das Wasser laufen möchte. Und auch wenn sich die Situation rund um Grönland entschärft hat, sehen ihre Gäste keine Hoffnung für eine regelbasierte Zukunft. Taz-Journalistin Anna Lehmann und RND-Journalistin Kristina Dunz malen hierfür ein drastisches Bild von China, Russland und dem bösen Trump – die AfD werfen sie natürlich mit in den Topf.

Ein bisschen stolz zeigt sich Lehmann aber schon, hätte die EU doch gezeigt, dass sie mit den Zöllen für die USA im Wert von 93 Milliarden Euro Trump Angst gemacht hat. Auslandsreporter der WELT Constantin Schreiber sieht das alles etwas realistischer: „Also meine Prognose oder meine Analyse wäre schon, dass es vor allem immer die innenpolitischen Debatten oder die Widerstände in den USA sind, die für Trump wichtig sind. Also was die Europäer sagen und tun (…) ist nicht das, was ihn beeindruckt.“ Anscheinend sind immerhin an Schreiber die Streitereien und Uneinigkeit der EU nicht vorbeigegangen.

Auch Maischbergers Gesprächsrunde mit dem SPD-Politiker Hubertus Heil und dem AfD-Politiker Tino Chrupalla ist keine Glanzleistung des objektiven Journalismus. Das Gespräch beginnt schon damit, dass Heil Freundschaft nur noch zu den amerikanischen Bürgern zeige, aber nicht mehr zu den von diesen gewählten Politikern. Die nächste, aber nicht letzte aggressive Frage von Maischberger richtet sich an Chrupalla: ob Trump ein Vorbild in Sache Migration sei – um gleich reinzugrätschen, dass die US-Einwanderungsbehörde ICE eine Mutter von drei Kindern umgebracht hätte. Und so geht es dann weiter: über Russland-Spionage, China-Spionage oder rechtsextreme MAGA-Unterstützer – erst Maischberger, dann wieder Heil. Im Hintergrund kichern währenddessen zwei Mädchen miteinander und der Applaus wird mit zunehmender Erregung von Heil lauter.

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