Bei Illner: Koalition in der Krise

vor 12 Monaten

Bei Illner: Koalition in der Krise
Bildquelle: Tichys Einblick

Es knirscht ganz gewaltig im Gebälk der noch jungen Koalition. Zwar konnte sich die schwarz-rote Koalition nach der zunächst missglückten Kanzlerwahl den Staub aus dem Gefieder schütteln, doch spätestens mit der abgesagten Richterwahl ist wieder ordentlich Feuer unterm Dach. Kanzler Friedrich Merz muss gleich an zwei Fronten kämpfen. Die SPD gibt sich unnachgiebig und stur, was einen Rückzug ihrer Kandidatin anbelangt. Viel gefährlicher aber ist die Tatsache, dass seine eigenen Leute seine Entscheidungen nicht bedingungslos mittragen. Die eigene Fraktion hat Kanzler Merz und auch Fraktionschef Jens Spahn öffentlich vorgeführt und Brosius-Gersdorf abgelehnt.

An diesem Talk-Abend ist der Eklat von neulich eines der Themen. Maybrit Illner ist nach ihrer Pause voller Elan und auf Angriff gebürstet wie selten. Möglicherweise hat sich die Moderatorin vom Kampfgeist der deutschen Fußballerinnen anstecken lassen, aufgrund derer ihre Sendung pausierte. Die Politiker von SPD und CDU werden von der Moderatorin phasenweise gegrillt, wie es sonst nur Markus Lanz an guten Tagen macht. Die Sendung ist dadurch dynamischer und kurzweiliger als sonst.

Der Name Brosius-Gersdorf dürfte innerhalb der letzten Wochen zu einem der bekanntesten Doppelnamen des Berliner Politikbetriebes geworden sein. Die von der SPD vorgeschlagene Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht löste durch ihre gewagten Thesen einen großen Aufschrei unter christlich-konservativen Bürgern aus. Aufgrund des Drucks der konservativen Basis knickte die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag letztlich ein und weigerte sich, für Frauke Brosius-Gersdorf zu stimmen. Der sich dadurch ergebende Konflikt schwelt bis heute und dürfte die Sommerpause überdauern.

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