Bayern führt Wassercent ein

vor 12 Monaten

Bayern führt Wassercent ein
Bildquelle: Tichys Einblick

Ab dem 1. Juli 2026 bittet der Freistaat Bayern seine Bürger mit einer neuen Abgabe zur Kasse – zumindest jene, die dem Boden Grundwasser entnehmen. Mit dem sogenannten „Wassercent“ erhebt die Staatsregierung künftig 10 Cent pro entnommenem Kubikmeter Wasser. Offiziell soll damit der Wasserschutz gestärkt und ein „nachhaltiger Umgang“ mit der Ressource gefördert werden. Mit der neuen Abgabe werden künftig Wasserversorger, Wasserzweckverbände, Unternehmen, industrielle Nutzer und auch private Brunnenbesitzer sowie die Landwirtschaft belastet.

Zweckgebundene Abgaben wie der Wassercent haben in Deutschland eine lange – und aufgrund ihrer Überlebensinstinkte beharrliche – Tradition. Man denke an die Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte unter Kaiser Wilhelm II. Diese ist trotz mehrfacher politischer Regimewechsel in Deutschland bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben. Merke: Steuern sind politische Monolithe, die jeder Mode und jedem Unwetter trotzen.

Noch ein Beispiel gefällig? In den 1980er-Jahren wurde der sogenannte Kohlepfennig eingeführt – ein Aufschlag auf den Strompreis, mit dem der heimische Steinkohlebergbau künstlich am Leben gehalten wurde. Auch damals wurde der Bevölkerung diese Sonderabgabe als notwendig für die Versorgungssicherheit und den Strukturwandel verkauft – mit zweifelhafter Wirkung, da die Dauersubvention zu einer wahren gesellschaftlichen Versteinerung der Kohleregionen in der Bundesrepublik beitrug.

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