Nukleare Revolution aus UK: Atommüll zur Krebstherapie

vor 6 Monaten

Nukleare Revolution aus UK: Atommüll zur Krebstherapie
Bildquelle: Tichys Einblick

Der Begriff „Atommüll“ ist scheinbar untrennbar verbunden mit höchst negativen Assoziationen. Jahrtausendelang bleibt er eine Gefahr für die Menschheit, und selbst kleine Dosen der von dieser Art Abfall ausgehenden radioaktiven Strahlung können Krebs auslösen. Das Unternehmen Bicycle Therapeutics in der britischen Hochschulstadt Cambridge kehrt den Spieß jetzt um. Es nutzt den vermeintlichen Müll, um Krebs zu bekämpfen. Die britische Behörde für die Stilllegung kerntechnischer Anlagen (Nuclear Decommissioning Authority) hat dem Unternehmen 400 Tonnen davon zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Bicycle Therapeutics gewinnt daraus ein sogenanntes Radiopharmakum, ein radioaktiv strahlendes Material, das an ein Biomolekül mit einer ganz besonderen Eigenschaft angeheftet wird. Es sucht, wenn es in die Blutbahn injiziert wird, gezielt umherwandernde Krebszellen – Metastasen – und solide Tumore, klammert sich an diesen fest und zerstört sie durch radioaktive Strahlen. Da diese eine Reichweite von weniger als einem Millimeter haben, schädigen sie umliegendes gesundes Gewebe kaum, sodass gefährliche Nebenwirkungen weitgehend ausbleiben.

Bicycle Therapeutics nutzt eine vom United Kingdom National Nuclear Laboratory entwickelte Technologie, um aus dem Atommüll, der zuvor in einer Wiederaufarbeitungsanlage von den gefährlichsten Inhaltsstoffen befreit worden ist (vor allem von Plutonium- und Uranisotopen), Thorium 228 zu extrahieren. Das ist eine radioaktive Form des Metalls Thorium, das über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich aus dem ebenfalls radioaktiven Thorium 232 entsteht, einem Bestandteil des Atommülls. Der begehrte Wertstoff kann viele Jahre lang aus dem Material gewonnen werden.

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