Das Staatsfernsehen der DDR hat einst attraktive Spielfilme vor den Schwarzen Kanal gesetzt, damit danach ein wenig Zuschauer vor der Propaganda-Schleuder sitzen bleiben. Das Staatsfernsehen der BRD bietet dem Kanzler ebenfalls ein Forum, das beste Quoten möglich machen sollte: ein Montagabend. Einer der wenigen, an denen weder Bundesliga noch Champions League gespielt wird – im Dezember bei erwartbar schlechtem Wetter.
Im zweiten deutschen Staatsfernsehen lief als Konkurrenz der Film „Gar kein Geld macht auch nicht glücklich“: Eine Frau will einen Plagiatvorwurf beweisen, bricht beim Plagiator ein, wird erwischt und muss für fünf Jahre in den Knast. „Dummen Figuren möchte ich nicht folgen“, hat der Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki einst gesagt. Das ZDF hat ihn am Montag bestätigt. Nur 3 Millionen Zuschauer wollten das sehen. Das ist der Restbestand, den das ZDF um 20.15 Uhr immer hat. Menschen, die sich zum Sterben vor den Fernseher zurückgezogen haben.
Also hatte die ARD leichtes Spiel, mit der „Arena“ den Tagessieg um 20.15 Uhr einzufahren. Mit einem Talk, in dem zufällig ausgesuchte „Bürger“ dem Kanzler Fragen stellen können. Wobei der OERR-Blog dann im Anschluss die Information nachliefert, die das Staatsfernsehen weglässt: In welcher Partei, die zufällig ausgesuchten Bürger sind. In der Regel Grüne, Linke, Grüne, SPD oder Grüne, manchmal sogar Grüne. 3,25 Millionen Zuschauer wollten das sehen. Das reichte nicht zum Tagessieg in der wichtigen „20.15 Uhr“-Schiene.
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