TE dokumentiert in Abständen außereuropäische Sichtweisen auf den Krieg im Iran, um zur vorherrschenden deutschen, aber auch europäischen bzw. westlichen Darstellung eine Alternative zu bieten. Diese westliche Sicht ist mehrfach polarisiertem Licht vergleichbar, das nach den Filtern, mit deutlich verringerter Energie, nur noch auf einer Ebene und in einer gleichen Frequenz schwingt. Die in den USA lebende Marokkanerin Zineb Riboua, Analystin für den Nahen Osten, China und Russland beim Hudson Institute, beschreibt die im Westen negierte arabische Sicht.
Die Darstellung der westlichen Medien fehlt, aber nicht nur das, es fehlt auch die Sicht der arabischen Welt. Einer Welt, die seit vierzig Jahren beobachtet, wie die Islamische Republik systematisch ihre institutionellen, theologischen und kulturellen Grundlagen untergräbt.
Für die linke westliche Sicht ist der Iran ein Land, das sich gegen die amerikanische Hegemonie auflehnt. Ein schlichtes Bild, das gut in vertraute westliche antikoloniale Denkmuster passt. Ein Bild, das an Universitäten und Schulen, finanziert unter anderem vom Iran, verbreitet wird. Die Sichtweise und die Erfahrungen der Menschen im Libanon, Irak, Jemen, Bahrain, Syrien und im gesamten Golfraum, spielen dabei keine Rolle. Sie kommen in dieser Betrachtung überhaupt nicht vor. Denn dort bedeutet die iranische Präsenz Terror. Es bedeutet, dass die Hisbollah den libanesischen Staat kontrolliert, es bedeutet im Irak den Terror von vom Iran finanzierten und gelenkten bewaffneten Gruppen und dass die Terrorgruppen der Huthi den Revolutionsgarden unterstanden, während sie von jemenitischem Boden aus auf arabische Zivilisten schossen. Kein ernsthafter arabischer Beobachter würde in Verbindung mit dem Iran von Freiheit sprechen. Er würde von systematischer Unterminierung arabischer Souveränität durch eine ausländische Macht, die unter dem Deckmantel islamischer Solidarität ein imperial geprägtes Projekt verfolgt, sprechen.
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