Die Berliner Mohrenstraße wird umbenannt – künftig soll sie den Namen des Philosophen Anton Wilhelm Amo tragen. Er war der erste afrikanische Philosoph an einer europäischen Universität – ein hochgebildeter Kopf der deutschen Aufklärung. Heute wird er posthum zum Maskottchen eines Berliner Kulturkampfs gemacht, der aus bornierter Identitätspolitik geführt wird, die für das Deutschland der Aufklärung nur Klischees übrig hat.
Irgendwann um 1707, in der Trockenzeit an der westafrikanischen Küste, betrat ein Junge das Deck eines europäischen Segelschiffs. Hinter ihm lag die grüne Hügellandschaft des Nzema-Volks im heutigen Ghana, vor ihm der Atlantik – eine mehrere Tausend Kilometer lange Wasserstraße in eine völlig andere Welt. Die Reise würde sechs, vielleicht acht Wochen dauern.
Die Küste des heutigen Ghanas war der Startpunkt Amos Lebensreise.
Die Schiffe der niederländischen Westindien-Kompanie nahmen auf dem Weg nach Europa Kurs über die Kanaren oder die Kapverden, nutzten die Passatwinde, kämpften mit Flauten, Regenwänden und Umwegen. Die See war damals kein Ort der Romantik, sondern ein Kampf mit den Elementen. Für diesen Jungen war es der Anfang einer Geschichte, die heute wenig bekannt ist: Die Geschichte eines Afrikaners, der an deutschen Universitäten lehrte – zu einer Zeit, als Immanuel Kant noch Kind war.
Von einem solchen Ort muss Ama vor etwa 300 Jahren losgesegelt sein.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










