Hölderlin nannte die Zeit des Biedermeiers eine „bleierne Zeit“, die sowjetischen Regime-Kritiker sahen in der Stagnation der Breshnew-Zeit eine Zeit ohne Uhren. Der Blick auf die neueste Wahlumfrage von INSA lässt beide Metaphern als Zustandsbeschreibung zu – und eben doch nicht ganz.
Würde an diesem Sonntag gewählt, bekäme die AfD 26 Prozent, die Union 25 Prozent, die SPD 16 Prozent, die Grünen 11 Prozent, die Linken 10 Prozent. Auch wenn bestimmte Meinungsforschungsinstitute plötzlich die Union bei 26 Prozent, die AfD bei 24 Prozent usw. usf. sehen wollen und dabei aus Gründen ihrer politischen Ästhetik, ihres Weltbildes, um der Schlagzeile Willen im täglichen Kleinkrieg um Aufmerksamkeit, aus Gründen der Langeweile oder weil gestern Schnee lag oder die Gänse im Keil fliegen, Fehlertoleranz und legitime Interpretationsmöglichkeiten nutzen, Deutschland bewegt sich dennoch nicht. Jede Schlagzeile erschlägt die eigene Zeile. Die Umfragewerte liegen fest, so fest wie bei manchem die Senderauswahl auf der Fernbedienung.
Sicher, Friedrich Merz hat nur noch 23 Prozent der Wähler als Fans, das sind weniger, als die Union gewählt haben. 5 Prozentpunkte mehr sind im Vergleich zur Umfrage von vor zwei Wochen unzufrieden mit ihm geworden. Vielleicht lässt er sich zu wenig oder zu viel in Deutschland sehen. Aber nicht nur mit ihm, sondern auch mit seiner oder mit der Regierung von Lars Klingbeil sind nur noch 22 Prozent zufrieden, 68 Prozent der Wähler aber unzufrieden. Zehn Prozent haben dazu keine Meinung geäußert.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










