Die Schienen zerfallen schneller, als die Bahn sie reparieren kann

vor 6 Monaten

Die Schienen zerfallen schneller, als die Bahn sie reparieren kann
Bildquelle: Tichys Einblick

Käufer alter Häuser kommen im Kostenvoranschlag für die Sanierung irgendwann an den Punkt, an dem sie sich fragen: Lohnt sich das eigentlich oder wäre es nicht besser, die ganze Kiste abzureißen und neu zu bauen? Der Gedanke könnte der neuen Bahnchefin Evelyn Palla auch schon gekommen sein. Denn eigentlich soll sie dafür sorgen, dass in Deutschland die Züge pünktlicher fahren. Doch durch die ungenügende Arbeit christ- und sozialdemokratischer Regierungen stehen der Deutschen Bahn Jahre bevor, in denen die Unpünktlichkeit schlimmer statt besser wird – selbst wenn Bahn-Mitarbeiter und regierende Politiker jetzt anfangen würden, Dinge richtig zu machen.

Gegenüber der Zeit erklärte Palla, sie wäre schon froh, das jetzige Niveau erhalten zu können. Zur Zeit kommen vier von zehn Fernzügen der Bahn bereits mit Verspätungen von mehr als sechs Minuten im Zielbahnhof an. Unter der Regierung von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen sind Weichen ebenso marode geworden wie Oberleitungen oder Stellwerke. Das nötige die Bahn schon jetzt zu 28.000 Baustellen – allein in diesem Jahr. Die Infrastruktur der Bahn verfalle schneller, als sie diese reparieren könne, gibt Palla zu.

Dann verrät die Bahn-Chefin ein Detail, das erahnen lässt, wie blind die Mitarbeiter ihres Konzerns ans Werk gehen – ebenso wie die dahinter stehenden Verantwortlichen in der Politik: Palla will künftig bei 70 Prozent der Baustellen mit einrechnen, dass sie zu Verspätungen führen können. Jeder, der schon mal etwas geplant hat, es muss nicht mal die Sanierung eines alten Hauses sein. Ein Kindergeburtstag reicht schon. Der wird sich fragen: Wie kann ein Verkehrsunternehmen davon ausgehen, dass es durch Baustellen genau so schnell durchfahren kann wie über freie Strecken? Genau so plant die Bahn laut Palla aber bisher – bisher mit Ausnahme von 30 Prozent der Baustellen.

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