Deutschland bekommt einen neuen Kulturstaatsminister. Der Nachfolger von Claudia Roth ist männlich, konservativ und gebildet. Der Publizist und Verleger Wolfram Weimer ist insofern der personifizierte Gegensatz zur grünen Politikerin aus Schwaben.
Roth stand für einen ideologisch hochgerüsteten Kulturbegriff. Sie nahm die schönen Künste als Werkzeug linker Gesellschaftspolitik in die Verantwortung. Von Weimer, dessen Etat rund zwei Milliarden Euro umfasst, sind solche Engführungen nicht zu erwarten. Darum ist er eine gute Wahl.
Der gemeinsame Aufschrei der linken Süddeutschen Zeitung (SZ) und des nach links gerückten FAZ-Feuilletons spricht für, nicht gegen Weimer. Mit Weimer könnte Kultur – für die der Bund nur in engen Grenzen zuständig ist – wieder zu dem werden, was der 1964 geborene Hesse in seinem Buch „Das konservative Manifest: Zehn Gebote der neuen Bürgerlichkeit“ so formulierte: zur „tiefen Melodie“ einer Gesellschaft.
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