Wie Demokraten die Demokratie gefährden

vor 3 Monaten

Wie Demokraten die Demokratie gefährden
Bildquelle: Tichys Einblick

Ein Teil der Gesellschaft glaubt, man müsse nur entschieden gegen „Rechts“ kämpfen – und die Demokratie sei gerettet. Ein anderer Teil der Gesellschaft ist nicht von der Vorstellung abzubringen, „Rechts“ müsse nur endlich durchregieren, und schon sei das Land vor dem Niedergang bewahrt. Das größte Problem des Landes aber ist die Selbstblockade einer heillos fragmentierten und fanatisierten Gesellschaft. Solange selbst die Parteien der Regierungskoalition die großen Herausforderungen ignorieren und hauptsächlich damit beschäftigt sind, die Koalitionspartner am Regieren zu hindern, regiert am Ende niemand. Die Krisen werden nicht bewältigt, der wirtschaftliche Niedergang nicht aufgehalten, und nicht nur die Regierung, sondern die Demokratie als Ganzes verliert Vertrauen.

Wohin das führt? Der Demokratie in Athen folgte rasch die Tyrannis (was damals noch nicht Tyrannei bedeutete). Die römischen Republik verwandelte sich in eine Herrschaft von Imperatoren. Der französischen Revolution folgte Napoleon. Im Scheitern der Demokratie steckte jeweils der Keim der Diktatur. Niemand sollte glauben, Demokratie heute sei unanfechtbar. Geschichte wiederholt sich nur nicht nach den selben Mustern. Wahrscheinlich wirken die Diktatoren von morgen schon unter uns. Und mit ganz neuen, zunächst kaum spürbaren Methoden. Vielleicht sind es gar keine Politiker, sondern Unternehmer. Sie bereiten die Herrschaft mittels KI vor, zielen auf totale Kontrolle. Die sogenannten Demokraten folgen Mechanismen, die sie nicht mehr im Griff haben.

Schwarzmalerei hilft so wenig wie Traumtänzerei. All die von sich selbst überzeugten Verteidiger der Demokratie, egal auf welcher, verkennen, dass Demokratie mehr ist als ein friedlicher Machtkampf nach tradierten Regeln. Sie glauben, dass es noch so etwas gebe wie gemeinsame nationale Interessen, hinter denen sich die ganze Gesellschaft versammelt. Das Volk, nicht nur das deutsche, ist geteilt in jene, die kollektivistisch denken und andere, die lieber der Freiheit des Individuums vertrauen würden. Dies ist die tiefste aller Spaltungen, und sie hat mit Rechts und Links wenig zu tun. Linke und Rechte ticken gleichermaßen kollektivistisch. Die verstörten, resignierten, vom Staat ziemlich widerstandslos entmündigten Liberalen (gemeint sind damit keineswegs nur Anhänger der FDP) kommen unter die Räder. Und mit ihnen die Demokratie. Denn Demokratie kann nur in liberalen Gesellschaften überleben.

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