In den vergangenen Wochen inszenierten öffentlich-rechtliche Sender die Hitzewelle mit einer apokalyptisch anmutenden Bildsprache: glutrote Temperaturkarten, dramatische TV-Sondersendungen, alarmistische Schlagzeilen wie „Backofen Deutschland“. Der Eindruck: Das Land stehe kurz vor dem klimatischen Kollaps. Doch der Wettergott, dem man in diesen Formaten offenbar ehrfürchtig zu huldigen versucht, scheint sich nun einen kleinen Scherz zu erlauben.
Im Schwarzwald, am Feldberg, misst das Thermometer gerade einmal frische 12 Grad. Am 9. Juli 2025 lag das deutschlandweite Tageshoch bei lediglich 23,0 °C, was nur minimal über dem klimatologischen Mittelwert von 22,6 °C lag. Und auf der Zugspitze tanzten jüngst die Schneeflocken. Von einer flächendeckenden Gluthölle ist jedenfalls nichts zu spüren.
T-Online ruft hingegen den altbekannten „Höllensommer“ aus – jenen Sommer der Hitzeapokalypse, der schon im letzten Jahr beschworen wurde und dann einfach nicht stattfand. Und auch diesmal sprechen Experten von „zwei historisch heißen Hitzetagen“. Doch das ist irreführend: Bereits 2015 – also vor exakt zehn Jahren – wurden in Deutschland Temperaturen von über 40 Grad gemessen.
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