In einem Podcast mit dem linken YouTuber Marcant arbeitet die Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek ihre begrenzten Arbeitserfahrungen in der Realwirtschaft auf. Diese hätten ihr „geschadet“. Bei H&M konnte sie in einem Fall ihren Toilettengang nicht als Arbeitszeit eintragen, weil diese schon vorbei war. Bei Kaufland musste sie einmal eine Inventur im Tiefkühlbereich durchführen, ohne Handschuhe!
Da kann Alexander Issajewitsch Solschenizyn mit seinem vergleichsweise belanglosen Gulag-Buch wahrlich einpacken. Auch die Fluchtgeschichte von Shin Dong-hyuk aus einem nordkoreanischen Straflager verblasst angesichts dieser kapitalistischen Ausbeutungserfahrungen. Und in Afrika soll es aufgrund des großen Mitgefühls mit Reichinnek schon bald keine Taschentücher mehr geben.
Okay, Schluss mit der ungeheuren Veräppelung. Jedes Trauma muss ernst genommen werden, habe ich immerhin in sozialpsychologischen Seminaren gelernt. Deswegen möchte ich Frau Reichinnek aus eigener Erfahrung berichten, dass durchgefrorene Hände kein Weltuntergang sind. Da ich selbst schon oft bei nur einem Grad Celsius und Dauerregen den ganzen Tag draußen gearbeitet habe, lautet meine medizinische Expertendiagnose: Hände werden wieder warm, Schäden entstehen nicht, keine Panik.
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