„Es wird langsam Zeit, mich zu der Scheiße hier zu äußern“, ist ein Satz, den der große Vordenker und Philosoph Bushido einst prägte. Ich habe es vor mir hergeschoben, mich mit dem Schulden-Deal und dem über uns hereinbrechenden Bundestag auseinanderzusetzen. Mit dem Ziel, nicht realisieren zu müssen, welche Konsequenzen das für unser Land haben wird und all die Auswirkungen, die das auf mein Leben haben könnte. Es ist ein Unterschied, ob man von etwas weiß oder ob man es wirklich realisiert hat.
Mir war natürlich auch klar, dass ich dem nicht ewig entkommen kann. Aber den Wecker stellt man morgens ja auch immer auf Schlummern, auch wenn man das Aufstehen nur um fünf Minuten herauszögert. Meiner Vermutung nach gibt es da aber einige Bürger in Deutschland, die ihre politischen Realisierungen schon sehr viel länger aufschieben. Da ginge eine Aufarbeitung wohl bis in die Kohl-Ära zurück. Ich frage mich manchmal, ob die nicht das schönere Leben leben. Oder ob man doch durch sein Unterbewusstsein verfolgt wird, wie wenn man die Steuererklärung vor sich herschiebt.
Denn was realisiert man denn jetzt? Auch das Papier im Grundgesetz ist geduldig. Man kann da wirklich alles reinschreiben. Und niemand stellt sich dem in den Weg. Ganz unabhängig von den politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen ist für mich die Realisierung von charakterlichen Abgründen, die sich wieder einmal aufgetan haben, die schlimmste.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










