Es gab keinen Herbst der Reformen, keinen Winter der Reformen, es wird auch keinen Sommer der Reformen geben. Vielleicht beschließen die Parteien von Friedrich Merz und Lars Klingbeil neue Gesetze, diese werden jedoch nichts mit Reformen zu tun haben.
Der Begriff „Reform“ leitet sich von der lateinischen Vokabel „reformare“ ab, was nichts anderes als „umgestalten“ bedeutet. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung – wenn ich sie schon finanzieren muss, kann sie ja auch mal herangezogen werden – geht es bei Reformen darum, „Dinge oder Strukturen“ zu verändern, „ohne zugleich alles radikal anders zu machen“.
Ludwig Erhards Währungsreform mit zeitgleicher Beendigung zahlreicher Preiseingriffe des Staates, das war eine echte Reform. Margaret Thatchers Brechung der britischen Gewerkschaftsmacht in den 1980er-Jahren, das war mutiger Reformgeist. Gerhard Schröders Agenda 2010 war zweifellos die letzte Reform des deutschen Arbeitsmarktes, deren Früchte Angela Merkel 16 Jahre lang ernten durfte.
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