Der Mord an Henry Nowak bestimmt nach wie vor die politische Debatte in Großbritannien. Laut Valerie Krall, einer aus London berichtenden Journalistin der ARD, handelt es sich bei dem Thema jedoch um ein aufgebauschtes Thema. In einer Schalte mit dem ARD-Nachrichtensender Tagesschau24 am Mittwoch sagte sie, dass der Fall einer von vielen sei, der „in den Medien“ und „von Politikern groß gemacht“ werde.
Nowak wurde im vergangenen Dezember in Southampton von Vickrum Digwa, einem Angehörigen der indischen Religionsgemeinschaft Sikh, mit einem Ritualmesser erstochen. Digwa behauptete bei Eintreffen der Polizei fälschlicherweise, Nowak habe ihn rassistisch beleidigt und attackiert, woraufhin die Beamten Nowak festnahmen. Obwohl auf den Bodycam-Aufnahmen ersichtlich ist, dass Nowak wiederholt schilderte, erstochen worden zu sein und sich deswegen schmerzverzerrt auf dem Boden krümmte, forderten sie keine medizinische Unterstützung an. Nowak erlag seinen Verletzungen.
Laut Krall ist der Vorfall vor allem durch das Wirken rechter Politiker wie dem Chef der britischen Partei Reform UK, Nigel Farage, in der Öffentlichkeit präsent. Für dessen Aussage, dass weiße Briten aus vermeintlich anti-rassistischen Motiven heraus durch die Behörden benachteiligt würden, gebe es, so Krall, „keine Belege“. Allerdings würde dieser Vorwurf „von Rechtsaußen schon seit mehreren Jahren vorangetrieben“.
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