Ludwig Erhard wusste um das Rezept für anhaltenden politischen Erfolg. Die Formel war so schlicht wie wirkungsmächtig: Stabiles Geld, das in freien Märkten zirkuliert, koordiniert die vielen Millionen Einzelentscheidungen von Individuen, Unternehmen und Kreditinstituten – Tag für Tag – am effizientesten.
Stabiles Geld braucht einen schlanken Staat. Und Staatsschulden gelten als Hauptursache von Inflation, weil sie in der Regel nicht durch reales Wachstum, sondern über die Druckerpresse der Notenbank finanziert oder entwertet werden.
Seine ökonomischen Grundthesen verdichtete Erhard in seinem populären Werk Wohlstand für alle – ein Lesetipp für jene, die den Ursachen der gegenwärtigen politischen Katastrophe der Bundesrepublik aus der Perspektive der Wirtschaftspolitik auf den Grund gehen wollen.
Unabhängig davon, wie man die Bilanz seiner Kanzlerschaft bewertet, bleibt das von dem parteilosen, liberalen Ökonomen entworfene Rahmenwerk eine zivilisatorische Errungenschaft der Moderne. Es steht für wirtschaftliche Vernunft, für Ordnungspolitik und für die Überzeugung, dass Wohlstand aus Freiheit erwächst. Doch diese Prinzipien werden allzu oft vergessen – oder in politischen und linken Ideologien systematisch diskreditiert.
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