Triumph eines Radikalen

vor 9 Monaten

Triumph eines Radikalen
Bildquelle: Tichys Einblick

Das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in New York City ist ein Symptom der Spaltung des Landes. Das Ergebnis sollte auch Deutschland eine Warnung sein. Die USA werden sich zunehmend mit sich selbst beschäftigen. Das bedeutet auch für die Weltwirtschaft nichts Gutes.

Zohran Mamdani, ein kürzlich noch weitgehend unbekannter, erst 34 Jahre alter Linksradikaler setzt sich gegen seinen prominenten demokratischen Parteifreund, den früheren Gouverneur Andrew Cuomo deutlich (10 Prozent Vorsprung) und mit Rekordwahlbeteiligung durch. Auch die Demokraten sind also gespalten. Präsident Trump unterstützte den Demokraten Cuomo, weil sein republikanischer Parteifreund Curtis Sliwa hoffnungslos zurücklag. Das hat nicht geholfen, im Gegenteil. Die Weltmetropole des Kapitalismus wird also von einem Kapitalistenfresser, die Stadt mit bedeutender jüdischer Bevölkerung und Tradition von einem ausgewiesenen Israelhasser repräsentiert. Natürlich hat das auch mit Trump zu tun. Die Radikalisierung des einst liberalen New York ist eine Reaktion auf den als radikal empfundenen Kurs von Trump. Mamdani nennt ihn einen Despoten und kommt damit offenbar nicht nur bei einer kleinen radikalen Minderheit an.

Trump wird von einem wachsenden Teil der normal verdienenden Bevölkerung nicht mehr als Vertreter ihrer Interessen wahrgenommen, sondern als Präsident der Tech-Milliardäre. So ist Mamdanis Wahl wohl weniger Zustimmung zu seinem linkspopulistischen Programm, als vielmehr ein Signal Richtung Washington. Die steigenden Lebenshaltungskosten werden überall zum wichtigsten Thema. Mit einer Mietpreisbremse will Mamdani den überhitzten Wohnungsmarkt regulieren – mehr Wohnungen wird er damit nicht schaffen. Er verspricht kostenlose Kinderbetreuung, staatliche Lebensmittelläden und Steuererhöhungen für Wohlhabende, für die er gar nicht zuständig ist. Das alles wird zwar nicht so heiß gegessen werden können, wie es auf seiner Speisekarte steht. Nur der Niedergang New Yorks ist absehbar. Der antikapitalistische Reflex der New Yorker ist ökonomisch widersinnig, doch psychologisch erklärbar. Auch in Deutschland schneidet die Linke, vor allem bei den Jungen unverhältnismäßig gut ab. Wohlstandsverwahrlosung und Wohnungsnot verhelfen Arm in Arm mit Bildungsschwäche und systematischer Selbstverblödung der Massen durch Handysucht, simplen Versprechungen zu ungeahnter Attraktivität.

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