Terror gegen Taylor-Swift-Konzert: Haft für Islamisten – und dann?

vor etwa 2 Monaten

Terror gegen Taylor-Swift-Konzert: Haft für Islamisten – und dann?
Bildquelle: Tichys Einblick

Beran A. stand nun im Zentrum eines der aufsehenerregendsten Terrorprozesse der jüngeren österreichischen Geschichte, ein gleichaltriger Mitangeklagter, Arda K., erhielt zwölf Jahre Freiheitsstrafe. Das Urteil markiert nicht nur das vorläufige Ende eines Verfahrens, das weltweit Schlagzeilen machte, sondern dokumentierte auch die radikalen jungen Männer in Europa und die anhaltende Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS).

Der Hauptangeklagte hatte sich in weiten Teilen geständig gezeigt. Treibende Kraft hinter seinen Plänen sei, wie er vor Gericht aussagte, die „Sucht nach Ruhm“ gewesen: Er wollte als Held der Terrormiliz IS gelten. Konkret plante er für den 9. August 2024 einen Angriff auf die Fans der US-Sängerin vor dem ausverkauften Stadion in Wien. Messer, ein Fahrzeug-Ramming und eine selbst gebaute Schrapnell-Bombe – aus Alltagschemikalien wie Aceton, Wasserstoffperoxid und Schwefelsäure hergestellt – sollten zum Einsatz kommen. Die Bombe war laut Ermittlern weitgehend fertig; nur das Zusammenfügen fehlte noch. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizeispezialeinheiten Zündvorrichtungen, Chemikalien, Messer, Macheten und IS-Propaganda. Beran A. hatte sogar versucht, über das Darknet und Telegram Waffen zu beschaffen.

Die Festnahme erfolgte zwei Tage vor dem ersten Konzerttermin auf Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes, angeblich der CIA. Die drei geplanten Auftritte der „Eras Tour“ mit 200.000 erwarteten Besuchern mussten abgesagt werden. Für viele Fans, die teils von weit her angereist waren, war die Enttäuschung gewaltig. Dennoch feierten sie in der Wiener Innenstadt mit Freundschaftsarmbändern und spontanen Partys ihr Idol. Taylor Swift selbst schwieg zunächst zwei Wochen aus Sicherheitsgründen. In einem emotionalen Instagram-Post schrieb sie später: „Der Grund für die Absagen hat in mir ein neues Gefühl der Angst ausgelöst und eine große Schuld, weil so viele Menschen geplant hatten, zu den Shows zu kommen. Aber ich bin auch den Behörden dankbar, denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben.“ In London gab sie anschließend fünf ausverkaufte Konzerte.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel