Stromausfall in Reutlingen: Ermittler prüfen Parallelen zu linksextremen Anschlägen in Berlin

vor etwa 1 Monat

Stromausfall in Reutlingen: Ermittler prüfen Parallelen zu linksextremen Anschlägen in Berlin
Bildquelle: NiUS

Um 1:40 Uhr in der Nacht zum 9. Juni gingen in weiten Teilen Reutlingens die Lichter aus. Betroffene berichten von einem großflächigen Stromausfall, der ganze Stadtteile und umliegende Gemeinden traf. Viele Anwohner hörten laute Geräusche, die wie Explosionen oder starke elektrische Entladungen klangen. In Videos, die Bewohner in sozialen Netzwerken geteilt haben, ist ein großes Feuer im Umspannwerk Reutlingen-West zu sehen. Der Himmel über dem Industriegebiet Betzingen war durch die Flammen zeitweise hell erleuchtet. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus und brachte den Brand erst gegen 5 Uhr unter Kontrolle. Die Beamten prüfen derweil Parallelen zu linksextremen Anschlägen.

Ein Loch im Zaun, notdürftig mit Kabelbindern geflickt. Durch diese Stelle gelangten nach ersten Erkenntnissen unbekannte Täter in das Umspannwerk Reutlingen-West. Dort legten sie vier Brände. Die Ermittler gehen inzwischen sicher davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelte. Bei den Bränden soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein.

Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen sind ein oder mehrere bislang unbekannte Täter auf das Gelände eingedrungen, um an mehreren Stellen gleichzeitig Feuer zu legen. Das Netzunternehmen Netze BW stellte nach dem Einsatz drei bis vier separate Brandherde fest. Laut NIUS-Informationen wurde das Gelände im Vorfeld durch verschiedene Personengruppen ausgekundschaftet.

Die Generalstaatsanwaltschaft Baden-Württemberg hat das Verfahren übernommen. Das Staatsschutzzentrum und das Antiterrorismuszentrum Baden-Württemberg sind in die Ermittlungen des Landeskriminalamtes eingebunden.

Die verkohlten Kabel nach der Brandnacht liegen auf dem Boden des Umspannwerkes.

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