Exklusiv: Staatsanwalt verweigert Ermittlungen gegen Wolfram Weimer

vor 5 Monaten

Exklusiv: Staatsanwalt verweigert Ermittlungen gegen Wolfram Weimer
Bildquelle: Tichys Einblick

Wenn wir wirklich verstehen wollen, warum jemand etwas tut oder auch nicht tut, dann hilft es oft, sich in die betreffende Person hineinzuversetzen.

Stellen wir uns, lieber Leser, deshalb für einen kurzen Moment vor, wir wären ein Leitender Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Stellen wir uns weiter vor, wir hätten mindestens einen Restbestand an Berufsethos, Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn.

Uns flattert eine Strafanzeige gegen den Staatsminister für Kultur und Medien auf den Tisch. Wolfram Weimer hat über die Firma, die ihm und seiner Ehefrau gehört, Geld damit verdient, Treffen mit seinen Politiker- und sogar Ministerkollegen zu vermitteln. Viel Geld. Sehr viel Geld.

Jetzt wird ihm Vorteilsannahme und Bestechlichkeit vorgeworfen, jeweils in einem besonders schweren Fall.

Nicht von irgendeinem Laien (obwohl auch das formal selbstverständlich zulässig und inhaltlich sowieso komplett nachvollziehbar wäre). Sondern von einem seit vielen Jahren bei Gericht zugelassenen Rechtsanwalt – einem studierten Volljuristen also. Mathias Markert heißt der Mann, er hat seine Kanzlei in München.

Unser Staatsanwalt muss nun von Amts wegen tätig werden. Immerhin liegt eine Anzeige vor, eine förmliche Beschuldigung also. Er muss mindestens den Sachverhalt prüfen und entscheiden, ob er Ermittlungen einleitet.

Eigentlich möchte er ermitteln. Wegen Berufsethos und Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn und so weiter – siehe oben. Eigentlich.

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