Für jüngere Arbeitnehmer und vor allem Selbständige schien es in der vergangenen Woche endlich eine gute Nachricht zu geben – und zwar für den Aufbau ihrer Alterssicherung.
Arbeitnehmer der Generationen ab 1990 wissen, dass ihre gesetzliche Rente ihren Lebensstandard nicht garantieren kann. Sie müssen zusätzlich privat ein kleines Vermögen zusammensparen, das ihnen später über die Runden hilft. Selbstständige sorgen sowieso für ihr Alter vor.
Da Sparkonten angesichts realer Negativzinsen derzeit Geld vernichten, die Immobilienpreise Berufsanfängern kaum Chancen auf den Erwerb von Wohneigentum lassen, und außerdem Überlegungen für Immobilien-Sonderabgaben durch den politischen Raum schwirren, bleibt eigentlich nur eine Möglichkeit: Der Aufbau eines Aktienfonds.
Die beiden Ökonomen des Sachverständigenrats Ulrike Malmendier und Martin Werding schlugen in der vergangenen Woche ein Modell vor, das auf den ersten Blick für diese Art der Vorsorge zu passen scheint: Ein staatlich abgesichertes „Vorsorgedepot“ auf Wertpapierbasis.
In einem WELT-Interview deutete Wirtschaftsministerin Katharina Reiche in die gleiche Richtung: „Ein weiteres Element ist die private Vorsorge“, meinte die Unionspolitikerin: „Auch bei dieser Säule haben wir uns im Koalitionsausschuss auf eine deutliche Stärkung einigen können.“ Und: „Kapitalsammelstöcke mit verschiedenen Risikoklassen – von sehr defensiv bis chancenreich mit entsprechendem Mehrertrag im Alter? Es ist gut, dass wir das jetzt angehen, um die umlagefinanzierte Rente zu entlasten und der jungen Generation Luft zu verschaffen.“ Die Frage bleibt nur, wozu es staatlich verwaltete Depots geben sollte. Der Kapitalmarkt bietet Sparwilligen genügend Möglichkeiten.
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