Spanien-Blackout 2025: Neue Audioaufnahmen aus dem Senat belasten Regierung Sánchez schwer

vor 4 Monaten

Spanien-Blackout 2025: Neue Audioaufnahmen aus dem Senat belasten Regierung Sánchez schwer
Bildquelle: Tichys Einblick

Jetzt liegt schwarz auf weiß und im Ton vor, was die Regierung Sánchez politisch entschärfen, relativieren und im Dickicht technischer Formeln verbergen wollte. Der iberische Mega-Blackout vom April 2025 war nicht einfach ein diffuser Systemunfall, kein bedauerlicher Betriebsfehler und schon gar kein bloßes Naturereignis der modernen Stromwelt. Nach den Audioaufnahmen, die eine Untersuchungskommission des spanischen Senats erhalten und ausgewertet hat, verbanden die Betreiber die eskalierende Instabilität von Beginn an mit Photovoltaik, unkontrollierbaren Schwingungen, massiven Spannungsschwankungen und mangelnder Systemträgheit.

Der Stromausfall vom April 2025 war der schwerste in Europa seit mehr als zwanzig Jahren. Die Gespräche, die der Senat auswertete, begannen wenige Minuten vor dem Zusammenbruch des Systems, der um 12:33 Uhr MESZ eintrat. Schon in diesen Minuten fällt der entscheidende Befund. Die Betreiber sprechen wiederholt von unkontrollierbaren Schwingungen und Spannungsschwankungen und schreiben sie der photovoltaischen Stromerzeugung zu. Um 12:13 Uhr wird die Lage in einer später veröffentlichten Aufnahme bereits als kritisch beschrieben, und zwar wegen „Schwingungen durch Photovoltaik“ und wegen „sehr großer Schwankungen der Photovoltaik“. Deutlicher kann ein Echtzeitbefund kaum ausfallen.

Besonders brisant ist, dass diese starken Schwankungen der Solarproduktion in den Gesprächen nicht isoliert betrachtet wurden. Sie wurden mit Preissignalen und Marktbewegungen verbunden. Gleichzeitig fehlten im System hinreichend konventionelle Erzeuger, die überhaupt noch jene Trägheit bereitstellen konnten, ohne die ein Netz in kritischen Lagen instabil wird. Genau dort liegt der Kern des Desasters. Ein Stromnetz lebt nicht von grünen Parolen, sondern von Physik. Wer ein zentral für fossile und steuerbare Erzeugung gebautes System mit dezentraler und fluktuierender Einspeisung volllädt, ohne die Netzstruktur, die Regeltechnik und die Absicherung im gleichen Maß nachzurüsten, betreibt keine seriöse Transformation. Er betreibt politischen Leichtsinn auf Kosten der Versorgungssicherheit.

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