Es ist eine Revolution, die es so wahrscheinlich noch nicht gegeben hat: Die schwedische liberal-konservative Regierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson plant mehr Kernkraft in Schweden und will die Grundlagen dafür schaffen, solange sie noch regiert (Parlamentswahlen sind im September 2026). Die Grundlagen sind langfristige, staatlich abgesicherte Verträge für neue Atomkraftwerke, die den AKW-Bau unumkehrbar machen.
Die Begründung: Erneuerbare allein reichen nicht aus, um den steigenden Strombedarf der schwedischen Wirtschaft zu decken – weder mit Blick auf das Klimaziel der EU, demzufolge bis 2050 netto kein Treibhausgas mehr ausgestoßen werden darf, noch auf das nationale Klimaziel von 2045, meldet das Handelsblatt.
Aktuell liefern sechs Reaktoren an drei Standorten rund 30 Prozent der schwedischen Stromerzeugung. Bald sollen es mehr sein – dank eines neuen Finanzierungsmodells. Das größte Hindernis für den Ausbau von Atomkraftprojekten ist in Schweden wirtschaftlicher Natur: Kein privater Investor will das hohe Baurisiko allein tragen. Deshalb das neue Modell. Energie- und Wirtschaftsministerin Ebba Busch nannte es einen „nächsten Schritt, um die Rolle und Verantwortung des Staates beim Ausbau der Kernenergie zu präzisieren“.
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