Schweden: Hauchdünner Vorsprung für linkes Lager – wer kann eine Regierung bilden?

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Schweden: Hauchdünner Vorsprung für linkes Lager – wer kann eine Regierung bilden?
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Ende wurde es doch wieder sehr, sehr knapp. Bei den Wahlen zum schwedischen Reichstag hat am Ende wohl doch das linke Lager den Sieg davongetragen. Die fertig gezimmerte Tidö-Koalition war den Wählern vielleicht einfach zu langweilig und effizient. Aber auch andere Gründe für den ewigen Zuspruch für die Linken sind möglich.

Praktisch seit kurz nach den letzten Wahlen war der linke Block aus Sozialdemokraten, zweierlei Grünen und Linkspartei in den Umfragen teils deutlich vorn gelegen. Doch kurz vor dem Wahlgang schloss sich die Schere allmählich. Journalisten der Tageszeitung Expressen hatten bemerkt, dass zahlreiche Wahlkandidaten der schwedischen Linkspartei (Vänsterpartiet) auf sozialen Plattformen Hass gegen Juden verbreiten, Verschwörungstheorien teilen oder den Terror von Hamas und Hisbollah verherrlichen. Juden seien „hinterhältig und widerwärtig“ und würden Menschenfleisch verkaufen, schrieben die Linkskandidaten da reichlich unverblümt. Eine Politikerin schrieb gar einen Solidaritätsbrief an einen verurteilten Hamas-Terroristen.

Die Partei musste mehr als 30 Kandidaten von den Wahllisten streichen. Auch einige Ausschlüsse gab es. Parteichefin Nooshi Dadgostar versicherte, dass Antisemitismus in ihrer Partei keinen Platz habe. Aber der Schaden war angerichtet und blieb an der gesamten Linkskoalition haften.

Und so kam es am Sonntagabend praktisch zu einem Unentschieden an den Wahlurnen: wenige Tausend Stimmen Unterschied zwischen den Lagern, was zu einem Unterschied von nur einem Sitz im Parlament führen würde. Am Abend führte die Linke um Haaresbreite.

Zuvor hatte es großen Andrang mit Warteschlangen vor einigen Wahllokalen gegeben. Das wiederum war ein Problem für ältere Wähler. Es gab nämlich keine Bänke, nichts zu trinken, und warm war es auch noch. Die Briefwahl steht in Schweden nur den Auslandswählern offen. Es gibt aber die Möglichkeit zum frühen Wählen schon zweieinhalb Wochen vor der Wahl. Da hätten die Fußlahmen die Schlangen vermeiden können. Diese vorzeitige Stimmabgabe ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Diese Stimmen und vielleicht am Ende auch die der Auslandsschweden könnten die Wahl nun entscheiden.

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