Die FAZ macht mit der Überschrift auf: „Wie der Hass das politische Klima vergiftet“ und man wird müde. Nehmen wir doch noch etwas Baldrian: Robert Habeck möchte irgendwas mit Sozialabgaben auf Aktien, denn Aktien sind böse. Olaf Scholz möchte auch mehr Belastung, aber nur für Privatversicherte, die sind auch böse und ohnehin schuld daran, dass die Krankenkassen pleite sind, das weiß jeder brave Deutsche. Die EU-Kommission kämpft gegen X, endlich, das ist jetzt ganz wichtig.
Es sind noch fünf Wochen bis zur Bundestagswahl und eigentlich geht es um gar nicht viel. Lässt man die Welt einmal beiseite, dann kann ich es ja wirklich verstehen: Dann lesen wir das neue Buch von Robert Habeck und träumen von Fahrradwegen und denken darüber nach, wie schön er doch formulieren kann, dieser tiefsinnige Mann mit den traurigen Augen. Oder wie böse doch Elon Musk ist und die sozialen Netzwerke, die immer und immer wieder irgendetwas von Katastrophen oder Problemen ausspucken, die es aber doch gar nicht gibt, wie wir alle wissen. Das sind ja alles Populisten und Angstmacher da, diese unregulierten Massen, die uns nerven und stören, aber sie sind überhaupt nicht konstruktiv, das hilft auch alles gar nicht, kann man die abschalten? Oder wenigstens ein bisschen leiser drehen?
Ja, die Wirtschaft hat Probleme, es lief nicht alles toll, aber das weiß der Habeck ja auch, er hat auch viel gelernt, sagt er. Mit etwas UNTERHAKEN und ZUVERSICHT geht es ja dann auch bald schon wieder aufwärts. Und unterm Strich stehen wir doch auch ganz gut da, wer braucht schon Innovationen, wenn er den DGB hat oder die hochpräzise arbeitenden Behördenblöcke in Brüssel? Das reicht doch. Wenn bei VW ein paar Jobs wegfallen – hier können wir sie ja doch sowieso gut gebrauchen.
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