In der oberbayerischen Stadt Tittmoning übernimmt jeder gewählte Stadtrat einen Referatsposten. Nachdem der AfD-Stadtrat Sebastian Gruttauer in der Stadt zum Kulturreferenten bestimmt worden ist, haben zahlreiche Künstler mit einer Petition reagiert und sich an die übrigen Mitglieder des Stadtrats gewandt. In ihrem Schreiben heißt es, dass mit Gruttauer ein Vertreter einer Partei in dieses Amt gewählt wurde, die ihrer Ansicht nach durch antidemokratische Positionen auffalle.
Gruttauer selbst zeigte sich über die Kritik überrascht. Er erklärte, er habe nicht den Eindruck, dass sich die Vorwürfe konkret auf seine Person oder seine bisherige Arbeit bezögen. „Ich habe daher den Eindruck, vor allem aufgrund meiner Parteizugehörigkeit beurteilt zu werden“, sagte der AfD-Stadtrat gegenüber der Jungen Freiheit. Zudem sei ihm „keiner der genannten Künstler“ bekannt. Einige stammten „offenbar nicht aus Tittmoning“, so der Kommunalpolitiker.
Auslöser der Debatte war die konstituierende Sitzung des Stadtrats am 12. Mai. Dort war Gruttauer „in einer Blockwahl einstimmig zum Referenten für Kultur, Brauchtum und Tradition gewählt“ worden, wie er erklärte. Ein Gegenantrag des SPD-Stadtrats Dirk Reichenau, das Referat seinem eigenen Zuständigkeitsbereich zuzuordnen, fand keine Mehrheit und wurde mit zwölf zu neun Stimmen abgelehnt.
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