Am 15. Dezember 2024 sprach der Physikprofessor Ronald Wiesendanger mit Maximilian Tichy über einen 520-seitigen Bericht des US-Kongresses, der am 4. Dezember 2024 vorgelegt wurde. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis dieses Berichts war die Feststellung, dass das SARS Coronavirus Typ 2 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einem Labor mittels sogenannter Funktionsgewinnforschung (engl. gain-of-function research) und zumindest teilweise im Rahmen eines Biowaffenprogramms, gezüchtet wurde. Dieser Bericht bestätigt eine These, die Herr Wiesendanger seit Jahren mit Hartnäckigkeit im deutschsprachigen Raum vertritt, und für die er insbesondere vom Charité-Virologen Christian Drosten stark angegriffen wurde.
Allerdings zog Wiesendanger ein Fazit, das man nicht unkommentiert stehen lassen darf: Durch das manipulierte Virus sei eine Pandemie entstanden, an dem 20 Millionen Menschen weltweit gestorben seien. Ein noch düstereres Fazit zog der Amerikaner Jenner Furst in seinem im Oktober 2024 erschienenen Dokumentarfilm „Thank you, Dr. Fauci“ sowie in einem Interview mit dem politischen Kommentator Tucker Carlson am 20. Dezember 2024. Furst behauptete, das Virus habe eine Sterblichkeitsrate von ein bis drei Prozent, und sei das zweit ansteckendste Virus überhaupt.
Dass dieses neuartige Virus eine schwere Erkrankung verursachen kann, die vor allem für ältere, übergewichtige Menschen gelegentlich tödlich verläuft, steht außer Frage. Aber für die Hypothese, dass es insgesamt in Deutschland und weltweit ein Krankheitsereignis gab, dass das normale Maß sprengte, gibt es bei näherem Zuschauen keine belastbaren Belege.
Und so erfreulich der Bericht des US-Kongresses war in Bezug auf den Laborursprung von SARS-CoV-2, so problematisch sind andere seiner Inhalte. Dem Bericht ist ein zweiseitiges Schreiben von Brad Weinstrup, Vorsitzender des „Select Committee on the Coronavirus Pandemic“, an die Mitglieder des US-Kongresses vorangestellt, das die Hauptbefunde des Berichts zusammenstellt. Hier steht: „Operation Warp Speed (das heißt: die übereilte Entwicklung des Covid-Impfstoffes unter Donald Trump) war ein überragender Erfolg, und ein Modell, auf dem man in der Zukunft aufbauen kann. Die Impfstoffe, die man heute besser als Therapeutika bezeichnen sollte, haben zweifellos durch eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeit für schwere Erkrankung und Tod Millionen von Leben gerettet.“ Wie die Behauptung, Covid sei eine besonders gefährliche Erkrankung, die 20 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, darf ich diese Aussage in Bezug auf die Covid-Impfpräparate nicht so stehen lassen.
In diesem Artikel werde ich also versuchen, den wahren Schweregrad einer Covid-Erkrankung in Bezug auf Ansteckbarkeit und Sterblichkeit darzustellen. Auch will ich versuchen, die Frage zu beantworten, ob die Corona-Impfpräparate per Saldo auch nur ein Menschenleben gerettet haben. Zudem möchte ich zeigen, warum die Idee eines besonders gefährlichen Covid-Virus Bestrebungen, Politiker und Funktionäre für ihre Verfehlungen während der Corona-Zeit zur Rechenschaft zu ziehen, konterkarieren und somit der „Pandemie“-Aufarbeitung insgesamt einen Bärendienst erweisen könnte. Ich will unterstreichen, wie dieses Narrativ einer „gefährlichen Pandemie aus dem Labor“ bei zukünftigen ähnlichen Ereignissen denjenigen helfen könnten, die aus Eigeninteresse unsere Grundrechte beschneiden wollen. Schließlich will ich die provokante Frage stellen, ob das Eingeständnis eines Laborursprungs von SARS-CoV-2 als „limited hangout“ nicht die Funktion haben könnte, von einer Diskussion noch wichtigere Erkenntnisse abzulenken und dadurch ihre Enthüllung und Aufarbeitung zu verhindern.
Es gilt als sicher, dass die Virusvariante, die sich Anfang 2020 von Wuhan in China auf die Welt ausbreitete, die virulenteste war. Zu dieser Zeit gab es weder wirksame Behandlungen noch Impfstoffe. Ideale Bedingungen also, um den natürlichen Ablauf des Infektionsgeschehens zu studieren.
Relativ rasch wurde die Ansteckungsrate des Virus bekannt. Die Daten hierfür kamen vornehmlich vom Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ sowie aus Haushaltsstudien. Als die „Diamond Princess“ sich am 1. Februar 2020 im Pazifik befand, wurde bekannt, dass ein 80-jähriger Mann, der am 26. Januar in Hong Kong von Bord gegangen war, positiv für Covid getestet wurde. Auf dem Schiff ging das Leben wie gewohnt mit Unterhaltung, Partys und Gemeinschaftsessen weiter, bis es am 3. Februar vor Yokohama unter Quarantäne gestellt wurde. Erst zwei Wochen später, am 19. Februar, durften die ersten Passagiere mit negativen Testergebnissen das Schiff verlassen. Der letzte Passagier ging am 1. März 2020 an Land.
Ende März wurde bekannt, dass von den 3.711 Personen an Bord, lediglich 696 (19 Prozent) positiv gegen Covid getestet worden waren, wovon 410 (59 Prozent) keine Symptome aufwiesen. Auf dem Schiff sind von den Personen mit einem positiven Covid-Test sieben (ein Prozent) gestorben, wovon drei über 70 und vier über 80 Jahre alt waren.
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