Währungspolitik ist Geopolitik. Dies gilt insbesondere, sobald der US‑Dollar mit im Spiel ist. Und das ist er quasi überall und zu jeder Zeit auf der Welt, ganz gleich, wie oft europäische und chinesische Medien die Totenglocke über King Dollar läuten ließen. Es mag gerade der europäischen Politik und Peking ein Dorn im Auge sein, aber der US‑Dollar ist und bleibt fürs Erste die globale Leit‑ und Reservewährung der Welt und eröffnet den USA damit, ihre Marktdominanz zu verteidigen und gleichzeitig ihr Schuldenproblem relativ problemlos in die Zukunft hinüberzurollen. Washington arbeitet unter Hochdruck daran, dass sich an diesem Währungsgefüge vorläufig nichts ändern wird.
In diesem Kontext muss man den Truth‑Social‑Post von US‑Präsident Donald Trump vom Wochenende interpretieren: Trump deutete in einem Video an, dass Russland bereit sei, in das global von den USA regulierte Finanzsystem SWIFT zurückzukehren.
Sinngemäß formulierte Trump: Russland habe verstanden, dass SWIFT und der Dollar die Zukunft seien – und nicht die Traumidee einer BRICS‑Währung. Und in der Tat: Man hat lange nichts mehr vom BRICS‑System gehört; es scheint den beiden wichtigsten Akteuren, China und Russland, nicht zu gelingen, ein Währungssystem zu verankern, das letzten Endes auf die geldpolitische Lauterkeit Pekings und Moskaus vertrauen müsste. Und wer ist schon bereit, größere Portfolio‑Anteile und Cash‑Reserven in einem chinesischen CBDC aufzubewahren, der der politischen Willkür Pekings ausgesetzt ist?
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