Heute Morgen übergab die Rentenkommission ihre 33 Vorschläge an die Bundesregierung. Die Pressekonferenz von Bas und Merz erinnerte an Weihnachten, wenn die Kinder die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum hervorzogen, die sie Tage vorher schon in ihren Verstecken entdeckt hatten. Die 33 Vorschläge waren zuvor schon durchgestochen worden, bereits in der Presse diskutiert und auf TE hatte Holger Douglas sie gestern sachkundig analysiert.
Überraschungen bot dann auch nicht, dass Merz lobte: „Die Kommission hat ein ausgewogenes Paket mit insgesamt 33 Einzelmaßnahmen vorgeschlagen.“ Bärbel Bas spricht von einem „Gesamtkunstwerk“ – wir sehen ihr den verbalen Missgriff aus Unkenntnis ästhetischer Kategorien nach.
Aber vielleicht unterschätzt man auch Bärbel Bas und sie hatte in diesem Begriff die härtest denkbare Kritik geäußert, denn die Dadaisten kombinierten im Gesamtkunstwerk Musik, Tanz, Gesang, Schauspiel, Elemente der bildenden Kunst in möglichst chaotischer Weise, um die Verlogenheit der Politik und die Schafsgeduld und Kuhgemütlichkeit der Gesellschaft ad absurdum zu führen. Man muss sich die Erfindung des Dadaismus im Gespräch zwischen Marcel Janco und Tristan Tzara Anfang des 20. Jahrhunderts in etwa so vorstellen wie die Pressekonferenz zur Rentenreform zwischen Bärbel Bas und Friedrich Merz. Wenn Marcel Janco „da-da“ sagte, antwortete Tristan Tzara mit „da-da“. So bestätigten und bejahten sie sich gegenseitig. Und so und hier wurde DADA geboren“, berichtet Hans Richter. Oder wie Daniil Charms sagte: „Die Kunst ist ein Schrank.“
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