Der „Prozess gegen Deutschland“ und seine Empörungswelle

vor 5 Monaten

Der „Prozess gegen Deutschland“ und seine Empörungswelle
Bildquelle: Tichys Einblick

Ausverkauft ist am Freitagabend die Theateraufführung „Prozess gegen Deutschland“ von Milo Rau. Dafür wird sie live übertragen. Eine Premiere, welche aus dem Raster springt: drei Tage, ein Prozess, fünf Vorstellungen oder besser gesagt Verhandlungen mit realen Experten. Die Geschworenen werden dann am Sonntag das Urteil verkünden. Der Regisseur Milo Rau ist bekannt für diese Form des politischen Theaters und wagt es wieder – aber diesmal geht es den linken Moralaposteln aus diesem Land zu weit. Dabei ist der steuerfinanzierte Regisseur Rau ein vorbildlicher linker Künstler und Aktivist. Was haben die nur?

Man lese nur das Programm: Ein Probe-Prozess für ein AfD Verbot mit echter Richterin, Anklägerin, Verteidiger und – zum Schockieren aller Gutmenschen – AfD-Mitglieder. Weiter heißt es auf der Website des vom Steuergeld finanzierten Theater, dass auch der „Missbrauch des Rechts durch die Welt des Techno-Faschismus, die MAGA-Propagandawalze des Silicon Valley und das mediale Ökosystem rechtsextremer Gehirnwäsche“ im Mittelpunkt stehe. „Techno-Faschismus“, „MAGA-Propagandawalze“ und „mediales Ökosystem rechtsextremer Gehirnwäsche“ was braucht eine Oma gegen Rechts mehr, um hooked zu sein für ein ganzes Wochenende im Theater? Doch es ist schwer, den Gutmenschen und Demokratiefreunden alles recht zu machen – das merkt jetzt auch Rau.

Dabei positioniert sich Rau gegenüber SWR selbst, sicher ist sicher, als Befürworter des AfD-Verbots. Doch das ist immer noch nicht genug für manche – denn dass Rau „ultrarechten und radikalisierten Konservativen“ eine Bühne geben möchte, passt besonders dem Philosophen Rainer Mühlhoff nicht. Dieser war als Sprecher eingeladen, aber erklärte über die Sozialen Medien seine Absage. Nachdem er die Liste der Teilnehmer fünf Tage vor Aufführung erhalten habe, wurde ihm klar, dass er mit diesen Teilnehmern nicht auf einer Bühne stehen möchte. Nachvollziehbar – ist es doch ein linkes Muster streng nur mit jenen zu reden, die zu 110% ihrer Meinung sind. So geht vielfältige Debattenkultur. Es lebe „unsere Demokratie“.

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