Sie feiern ihn wie den Heilsbringer: Als Robert Habeck am schwülheißen Freitagabend im ausverkauften Berliner Admiralspalast, nur ein paar hundert Meter von seiner alten Wirkungsstätte entfernt, zum Spitzengespräch mit dem SPIEGEL-Mann Markus Feldenkirchen antritt, erwartet den Grünen ein weitgehend weißes, auf den ersten Blick undiverses Publikum.
Gut sieht er aus: im Anzug ohne Krawatte, frisiert und ausgeschlafen und nicht mehr mit der zerknittert-kokettierenden Verzweiflung des früheren Wirtschaftsministers, der in der ARD gestand, aufgrund seines leeren Kühlschranks Müsli mit Wasser zu essen – was ihm prompt kredenzt wird. „Ist die Welt aus den Fugen?“, so der Titel des Talks. Ja, und viele hier scheinen zu hoffen, dass Habeck daran etwas ändern kann, so begeistert wird stellenweise gejubelt.
Robert Habeck wird seinen Fans so vorgestellt: Er sei „für die einen der schlechteste Wirtschaftspolitiker aller Zeiten und für jeden quersitzenden Furz verantwortlich, für die anderen Hoffnungsträger und der beste Bundeskanzler, den Deutschland nie hatte“. Während der Regierungszeit der Ampel war Habeck Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Sein „Heizungsgesetz“ wird als teurer Flop in die Geschichte eingehen und gilt rückblickend als einer der Gründe für das Aus der Koalition Ende 2024. Nach der Bundestagswahl erklärte Habeck, er werde keine führende Funktion in der Partei mehr übernehmen. Anfang September 2025 legte er sein Bundestagsmandat nieder.
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