Die Tatverdächtigen im Visier des bekannten Salzburger Plagiatsjägers Stefan Weber werden immer prominenter – die aktuellen Vorwürfe gegen Friedrich Merz wiegen schwer und eine Glaubwürdigkeitsdebatte wird nicht zu verhindern sein: Merz soll sich laut Weber unter anderem bei Friedrich von Heusinger (Leiter des CDU-Wirtschaftsrats in Brüssel), dem verstorbenen CDU-Bildungspolitiker Hans Joachim Meyer, dem Zeit-Journalisten Martin Spiewak, dem Ökonomen Burkhard Wehner sowie beim früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) bedient haben. Besonders brisant: In mehreren Fällen unterscheiden sich die übernommenen Passagen vom mutmaßlichen Original nur durch geringfügige Anpassungen, wie etwa durch den Einschub „nach Auffassung der meisten Fachleute“.
Einer der auffälligsten Fälle betrifft laut Weber eine Aussage Stoibers zum europäischen Finanzausgleich, berichtete vorab die Berliner Zeitung: Während Stoiber von einem „zu ineffizienten, zu teuren, zu zentralistischen und überaus betrugsanfälligen System“ spricht, wiederholt Merz dies nahezu wortgleich – lediglich sprachlich leicht modifiziert.
Nicht alle Fachleute teilen Webers Bewertung. Der Plagiatsforscher Jochen Zenthöfer aus Luxemburg hat das Gutachten eingehend geprüft und warnt vor voreiligen Schlüssen. Laut seiner Analyse betreffen die beanstandeten Stellen nur 5,7 Prozent der Buchseiten, oftmals handle es sich dabei um Faktendarstellungen, etwa zur Pisa-Studie. In einem Fall werfe Weber Merz sogar fälschlich vor, eine Bewertung übernommen zu haben, die nachweislich von Merz selbst stamme.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










