Die Allgemeine Hochschulreife soll belegen, dass ein junger Erwachsener dazu fähig ist, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Der Bildungsweg, der zum Abitur führt, soll genau darauf vorbereiten: auf wissenschaftliches Denken.
Dass Beschwerden über angeblich zu schwierige Prüfungsaufgaben eingehen, ist nichts Besonderes. Mal werden die Anforderungen in Deutsch, mal in Mathematik als zu hoch empfunden. Dabei ist der Bildungsstand deutscher Schüler nicht nur gefühlt im Sinkflug begriffen. Studien belegen das, Ausbildungsbetriebe und Hochschulprofessoren beklagen es.
Schaut man sich das Niveau an, auf dem mittlerweile in diesem Land selbst unter „Eliten“ Debatten geführt werden – oder mangels Befähigung eben auch nicht geführt werden –, so sollte man eher danach streben, den Schwierigkeitsgrad der Schulabschlüsse zu erhöhen, wobei die Schüler selbstredend dann auch adäquat vorbereitet werden müssten. Zumal die Bildung, die durch das Abitur erworben wird, wie gesagt spezifisch zu wissenschaftlichem Arbeiten hinführen soll: Das ist nicht jedermanns Sache, und keinesfalls ist „dumm“ oder ungebildet, wer diesbezüglich kein Talent hat oder kein Interesse daran zeigt.
Dass viele Menschen nicht begriffen haben, was wissenschaftliches Denken bedeutet, belegt eine Online-Petition, die Nachkorrekturen bezüglich der Abiturprüfungen im Fach Englisch fordert, und die mittlerweile über 12.500 Unterzeichner gefunden hat.
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