Er kommt befehlshaberisch daher wie ein Feldherr nach einem historischen Sieg. In lupenrein Trump’schem Ton gab Péter Magyar live im Staatsfernsehen bekannt: Ihr seid gefeuert, weil ich den größten Wahlsieg aller Zeiten erreicht habe.
Nicht mit genau diesen Worten, aber sinngemäß – er will alle politischen TV-Programme sofort stoppen, und erst wieder fortführen, wenn die Redaktionen mit „unabhängigen“ Journalisten gefüllt sind. Wie unabhängig, das wird sich zeigen, wenn klar wird, wer denn die neuen Kollegen sind. Derzeit machen sich unter anderem die Redakteure bei kontroll.hu Hoffnungen auf schöne Gehälter beim Öffentlich-Rechtlichen. Kontroll ist mehr oder minder das Parteiorgan von Magyars Tisza-Partei. Aber auch bei den unabhängigen Medien, die im Wahlkampf Tisza spürbar unterstützten, dürfte es Personalwechsel hin zu den öffentlich-rechtlichen Medien geben.
Natürlich ist Magyars Kritik inhaltlich gerechtfertigt, und eine Korrektur nötig. Zwar waren die öffentlich-rechtlichen Medien immer regierungsnah, auch unter den linken Vorgängerregierungen, aber unter Orbán doch hemmungsloser. Wer hier aus deutscher Sicht moralisieren will, sollte das freilich mit einer Prise Demut tun. Auch die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien kommen ihrem Staatsauftrag überparteiischer, objektiver Berichterstattung nur bedingt nach.
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