Rom zur Zeit des Konzils von Trient (1545–1563): Die Kirchenväter beraten über eine Reform der Kirchenmusik als Reaktion auf die Ausbreitung des Protestantismus in Europa. Die vielstimmige, kunstvolle Figuralmusik soll wieder dem einfachen, frommen Gregorianischen Choral weichen. Das entsetzt den Musik liebenden Kardinal Borromeo, der den berühmten Komponisten Pierluigi da Palestrina dazu drängt, eine exemplarische Messe im polyphonen Stil zu schreiben, die sowohl den liturgischen wie künstlerischen Forderungen an die reformierte, katholische Kirchenmusik entspricht, ohne auf längst vergangene Zeiten zurückgreifen zu müssen.
Palestrina steckt in einer Schaffenskrise und weist das ehrenvolle Angebot zurück, was Borromeo zutiefst kränkt. Allein in seiner Werkstatt zurückgeblieben, erscheinen Palestrina in einer Vision die großen Meister der Tonkunst. Sie mahnen ihn an seine Pflicht, schaffen zu müssen, sein Erdenpensum sei noch nicht erfüllt. Wie in Trance schreibt Palestrina nun doch eine neue Messe, die nach ihrer erstmaligen Aufführung vom Kirchenvolk bejubelt wird und selbst dem Papst großen Respekt abnötigt. Palestrina wird daraufhin als „Retter der (Kirchen)musik“ in die Geschichte eingehen.
Seit der umjubelten Uraufführung unter Bruno Walter in München im Jahre 1917 war „Palestrina“ fixer Bestandteil der Spielpläne vieler deutschsprachiger Opernhäuser, obwohl die riesige Besetzung mit zahlreichen kleinen, wenngleich anspruchsvollen Partien schwer zu realisieren und kostspielig ist. Im „Handbuch der Oper“ wird Pfitzners „Palestrina“ auf eine Stufe mit Wagners „Parsifal“ gestellt. Das Werk sei, ähnlich wie „Parsifal“ ein „Weihespiel, das eine würdige Aufführung nur im besonderen, festlichen Rahmen, selten aber im Opernalltag erfahren dürfte“.
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