In Brüssel knallten gestern die Korken, und in den Redaktionsstuben der deutschen Qualitätsmedien herrschte jene besondere Feierlaune, die sich einstellt, wenn wieder einmal ein „Autokrat“ vom Volk in die Schranken gewiesen wurde. Péter Magyar, der neue starke Mann in Budapest, wird gefeiert wie einst Tusk in Warschau: als Rückkehr der Vernunft, als Sieg der „Demokratie“ über den Populismus.
Doch wer genau hinsieht, erkennt in diesem Triumphzug eine köstliche Ironie. Die deutschen Grünen bejubeln einen Mann, der zwei Jahrzehnte lang das Orbán-System von innen mitaufgebaut hat. Man kennt das Phänomen aus der Oper: Im letzten Akt wechselt der Intrigant die Seiten, und das Publikum applaudiert, als hätte es die ersten drei Akte verschlafen.
Genau hier liegt der Denkfehler jener, die nun den Untergang des ungarischen Konservatismus feiern. Magyar hat im Wahlkampf weder offene Grenzen versprochen noch Gender-Lehrpläne, weder EU-Migrationspakt noch Regenbogenpolitik. Seine Kampagne setzte auf drei Themen: Korruptionsbekämpfung, Korruptionsbekämpfung und nochmals Korruptionsbekämpfung. Die familienpolitischen Errungenschaften der Orbán-Ära, von Steuererleichterungen für kinderreiche Mütter bis zu Wohnbauförderungen, will er ausdrücklich beibehalten und sogar ausweiten. Die Grenzanlagen? Bleiben stehen. Die Ablehnung verpflichtender Umverteilungsquoten? Bekräftigt. Die Skepsis gegenüber einem schnellen EU-Beitritt der Ukraine? Weiterhin vorhanden.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










