Ode an die Linde: Wie ihr Duft eine Stadt verändert

vor 3 Monaten

Ode an die Linde: Wie ihr Duft eine Stadt verändert
Bildquelle: NiUS

Wer durch den Berliner Bezirk Kreuzberg läuft, kennt alle möglichen Gerüche: Urinecken in U-Bahnhöfen, herumliegender Müll, Gully-Gestank, der im Hochsommer die Straßen durchzieht. Plötzlich aber, in diesen Tagen, liegt ein anderer, ein betörender Duft über Berlins Problembezirk. Es ist der ewige Duft der Linden, der uns für kurze Zeit – eben jetzt – betört.

Der Geruch der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ist leicht süßlich – zart, aber gleichzeitig stark und betörend. Jedenfalls für Hummeln, Bienen und Fliegen, die sie ununterbrochen umschwärmen. Weil Hummeln im Gegensatz zu Bienen ihren Artgenossen nicht per Tanz mitteilen können, ob die Nahrungsquelle Lindenblüten noch ergiebig ist, sterben viele Hummeln, wenn sie an den inzwischen ausgebeuteten Lindenblüten angekommen sind.

Wissenschaftler haben in Lindenblüten rund 300 verschiedene Duftmoleküle entdeckt. Die Mischung aus spritzigen, zitrusartigen und süßen, honigartigen Noten wird vom Menschen als sehr angenehm und beruhigend empfunden. Wenn Linden im Frühsommer (Juni/Juli) blühen, tun sie dies in einer schieren Masse, die die Luft regelrecht mit dem Aroma erfüllt.

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