Seitdem hohe Wirtschaftsfunktionäre in der irrigen Annahme, der Bundeskanzler sei einer der ihren in dem Sinne, dass er etwas von Wirtschaft verstünde, weil er einmal Frühstücksdirektor bei BlackRock war, bei einem Treffen im Kanzleramt kein Blatt vor den Mund genommen hatten, ist der sensible, dünnhäutige Friedrich Merz beleidigt.
Ihm scheint es unverständlich zu sein, warum diese Leute, die nun wirklich nicht die Meister des deutlichen Wortes und der klaren Ansage sind, schon gar nicht in Richtung Regierung, plötzlich so unverschämt auftreten, wo er immer so schöne Wort findet, bei denen doch für jeden eine Äußerung dabei ist. Schließlich hat er mehr für die Wirtschaft getan als alle Bundesregierungen vor ihm zusammen.
Was also will die Wirtschaft von ihm, was erdreisten sich diese Verbandsfunktionäre, er hat doch geliefert – lauter schöne Phrasen. Und Merz kann Phrase. In der gerade eben stattgefundenen Regierungsklausur in der Villa Borsig hat er doch bewiesen, dass er um keine schöne Überschrift verlegen ist. Um Bürokratie abzubauen, muss man erst Bürokratie noch einmal tüchtig aufbauen. Auch wenn kein Mensch in diesem Land ein Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung benötigt, klingt der Name doch schön und hat immerhin ein paar Leute in Salär und Kaviar gebracht.
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