Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt

vor etwa 2 Monaten

Nach Champions-League-Finale: Paris siegt, Paris brennt
Bildquelle: NiUS

George Orwell nannte den Sport einmal den Krieg ohne Schießerei. In Frankreich ist der Fußball längst zum Kulturkampf geworden.

Paris hat gewonnen. Paris Saint-Germain holte erneut die Champions League. Anschließend schaute Europa staunend zu, wie eine Stadt sich selbst in Brand steckte. 235 Verhaftungen allein in der Hauptstadt. Geplünderte Luxusgeschäfte. Brennende Autos. Polizisten unter Beschuss. Was in anderen Ländern eine Nacht der Freude ist, wird in Frankreich zur Nacht der Angst.

Marine Le Pen, die Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National (RN), brachte es auf den Punkt: Nur in Frankreich löst der Sieg eines Fußballvereins Aufstände aus. Jordan Bardella, der Chef des RN, beschrieb das Muster nüchtern: „Banden nehmen öffentliches Eigentum, Geschäfte und Einsatzkräfte ins Visier. Die Vorgehensweise ist immer dieselbe: Steinwürfe, Zerstörung, Plünderungen.“

Die Reaktion der Linken? LFI-Abgeordnete Clémence Guetté warnte den Innenminister, er solle „das Fest nicht verderben“. Keine Verurteilung der Täter. Keine Empathie für die Opfer. Nur die reflexhafte Sorge, der Staat könne zu hart durchgreifen.

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