Der Münchhausen von Leipzig

vor 5 Monaten

Der Münchhausen von Leipzig
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz des deutschen Fernsehens: Wer Känguru-Hoden isst, dem wird vergeben. Das Dschungelcamp, jene bizarre Mischung aus Ekelprüfung und Gruppentherapie, gilt seit Jahren als Waschanlage für beschmutzte Promi-Images. Wer dort weint, wer dort leidet, wer dort „seine Geschichte erzählt“, der darf auf Absolution hoffen. Das Publikum ist gnädig, wenn man ihm Unterhaltung bietet.

Gil Ofarim hat diese Mechanik verstanden. Er hat das Camp betreten, er hat performt, er hat gewonnen. Und er hat die Krone genutzt, um eine Geschichte neu zu schreiben, die eigentlich längst zu Ende erzählt war.

Das Problem ist nur: Die Geschichte endete mit einem Geständnis.

Für alle, die es verdrängt haben, hier die Fakten. Nicht Meinungen, nicht Interpretationen, sondern das, was vor dem Landgericht Leipzig aktenkundig wurde.

Im Oktober 2021 veröffentlichte Gil Ofarim ein Video, das viral ging. Darin behauptete er, ein Mitarbeiter des Leipziger Hotels „Westin“ habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Kette zu verstecken, bevor er einchecken dürfe. „Pack deinen Stern ein“, so der Vorwurf. Deutschland war empört. Die Medien berichteten. Der Hotelmitarbeiter, ein gewisser Herr W., wurde zur Zielscheibe eines Shitstorms. Sein Leben, wie er später berichtete, wurde zerstört.

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