Ein erwachsener Sohn besucht aus der Ferne seine Eltern. Die Beziehung zwischen ihnen ist distanziert, aber man ist noch im Kontakt und trifft sich an Feiertagen. Jetzt spricht der Sohn ein heißes Eisen an: Er mache sich Sorgen, dass seine Eltern politisch verloren seien und die AfD wählen würden. Das wäre für ihn unerträglich und nicht auszuhalten. Ein Kontaktabbruch steht im Raum.
Die beiden Eltern, die seit einigen Jahren aus Überzeugung die AfD wählen, die aber auf keinen Fall ihren Sohn verlieren wollen, wiegeln ab und lügen sich heraus: Sie fänden ja nicht alles schlecht, was die AfD anspricht, aber da gäbe es auch ein paar schlimme Dinge und deshalb hätten sie „Bündnis Deutschland“ oder „die Basis“ gewählt.
Der Sohn gibt sich damit einigermaßen zufrieden. Es reicht für ein Weiter-so in der Familie. Darüber sind die Eltern erst einmal froh. Die Ideale eines intensiven und ehrlichen Familienzusammenhalts haben sie sich in den letzten Jahren abgeschminkt. Heute sind sie bereits bei „Millimeter-Erfolgen“ erleichtert.
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