Es gibt Momente im Journalismus, in denen sich Tragödie und Farce so elegant die Hand reichen, dass man als Beobachterin nicht weiß, ob man weinen oder lachen soll. Der KI-Skandal beim ZDF ist ein solcher Moment.
Zur Erinnerung: Am 15. Februar 2026 kündigte Moderatorin Dunja Hayali im heute journal einen Beitrag über die US-Abschiebebehörde ICE an. Sie warnte das Publikum ausdrücklich davor, dass in den sozialen Netzwerken viele gefälschte Videos kursierten. „Nicht alle sind echt“, sagte sie mit dem ihr eigenen Gestus der Aufklärerin, „aber doch sehr viele.“
Wenige Sekunden später zeigte der Beitrag ein Video, in dem eine weinende Mutter von ICE-Beamten abgeführt wird, während ein Kind verzweifelt an ihr zerrt. Ein Bild, das zu Herzen gehen sollte.
Das Problem: Im Bild prangte das Wasserzeichen von Sora, dem Videogenerator von OpenAI. Der Clip war so offensichtlich gefälscht, dass man kein Experte sein musste, um es zu erkennen. Man musste nur hinschauen.
Nun könnte man sagen: Fehler passieren. Redaktionen arbeiten unter Zeitdruck. Dinge rutschen durch. Das wäre eine akzeptable Erklärung, wenn es sich um einen Sender handeln würde, der nicht seit Jahren mit dem Anspruch auftritt, die letzte Bastion der Wahrheit in einem Meer aus Desinformation zu sein.
Das ZDF hat sich als Faktenchecker positioniert, als Institution, die dem verwirrten Bürger erklärt, was echt ist und was nicht. Und dann zeigt man zur besten Sendezeit ein Fake-Video mit sichtbarem Wasserzeichen. Die Ironie schreibt sich von selbst.
Doch der eigentliche Skandal begann erst danach. Die erste Reaktion des Senders sprach von einem „technischen Versehen“ bei der „Kennzeichnung“. Man habe vergessen, das KI-Video als solches zu markieren. Diese Erklärung hielt etwa so lange, wie ein Schneeball in der toskanischen Sommersonne.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










