In der Bundesregierung eskaliert ein Streit über die Umsetzung der EU-Methanverordnung. Nach Informationen des Handelsblatts lehnt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geforderten Lockerungen ab. Damit fährt Reiche ohne abgestimmte Linie der Bundesregierung zum Energieministertreffen nach Brüssel.
Kern des Konflikts ist die Frage, ob die ab 2027 geltenden strengeren Vorgaben für Öl- und Gasimporte verschoben oder abgeschwächt werden sollen. Reiche warnt vor erheblichen Risiken für Lieferverträge und Versorgungssicherheit. Schneider dagegen hält einen Aufschub für falsch. Dem Handelsblatt sagte er: „Aufschub ist hier kein Pragmatismus“. Die EU dürfe beim Kampf gegen Methanemissionen nicht nachgeben.
Die Methanverordnung ist bereits seit Sommer 2024 in Kraft. Bisher mussten Unternehmen vor allem Systeme zur Erfassung von Emissionen einführen. Ab 2027 sollen Gas- und Ölproduzenten gegenüber EU-Importeuren nachweisen, dass sie Mess-, Berichts- und Prüfprozesse nach EU-Standard betreiben. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, drohen Strafen.
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