Mit einem Satz, der in der deutschen Politik Geschichte geschrieben hat, irritierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag auf dem Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern in Linstow. „Wir schaffen das, wir können das schaffen, wenn wir alle zusammenstehen und wenn wir wieder selbst aneinander glauben“, rief der Kanzler den Delegierten zu.
Was als optimistischer Appell an die eigene Partei gedacht war, weckt unweigerlich unangenehme Erinnerungen an Angela Merkels berühmtesten – und umstrittensten – Satz vom 31. August 2015. Damals, mitten in der ersten großen Welle der Massenzuwanderung, wurde „Wir schaffen das“ zum Symbol einer höchst umstrittenen Willkommenskultur, die für viele zum Synonym für Überforderung und Spaltung wurde.
Friedrich Merz, der als Kritiker der Merkel-Ära angetreten war, bedient sich nun genau dieses Erbes der Ex-Kanzlerin. Auch wenn der Kontext ein anderer ist: Nicht die Migrationsproblematik, sondern die drängenden Sozial- und Wirtschaftsreformen sieht Merz als „schaffbar“. Der Kanzler zeigte sich beim Parteitag überzeugt, dass die schwarz-rote Koalition das Land modernisieren könne. „Das sei keine Utopie, sondern die Realität von morgen“, betonte er. Deutschland habe die Kraft für Reformen und einen neuen Aufbruch. Trotz bleibender Unterschiede in der Koalition verfüge Berlin über „die Kraft und die notwendige Geschlossenheit“.
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