Der böse Scherz ging schon in den 1970ern um. Die Evangelische Kirche sei eine andere Form der Mitgliedschaft in der SPD. Nun ist die Mitgliedschaft in einer Kirche nicht identisch mit dem religiösen Glauben der Mitglieder und Nichtmitglieder. Wie die Zahl der Kirchenmitglieder abnahm, spiegelt den Verlust der eigenen Rolle der Kirchen. Die vom Staat einkassierte Kirchsteuer erwies sich als Danaergeschenk.
Heute sind 23 Prozent Mitglieder der Katholischen und 20,8 der Evangelischen Kirche. 1953 waren es 43,9 und 49,4 Prozent. Grob gesprochen halbiert hat sich der Anteil der Kirchenmitglieder, bei der EKD auffallend mehr als der KK. Um 660.000 lag die Zahl der Austritte bei beiden zusammen sowohl 2024 wie 2025.
Parteien sind keine Kirchen und umgekehrt, obwohl sich die Katholische wie die Evangelische von den Parteien als „Klimakirche“ ebenso einsetzen lassen wie als . Zeitgeist-Kirche insgesamt. 1990 gab es 2,4 Millionen Parteimitmitglieder, heute 1,3. Die Verwandschaft der Zahlen zeigt nicht mehr, aber auch nicht weniger als den Verlust der Bindungswirkungen der einst für die öffentliche Meinung bedeutsamer Einrichtungen. Die Massenmedien sind es heute. Ihre Rolle war nie die der Vierten Macht, heute nehmen sie die der Ersten Macht ein.
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