Wenn scheitern, dann gründlich: Der Kanzler läuft auf Brüsseler Parkett darin zur Hochform auf

vor 7 Monaten

Wenn scheitern, dann gründlich: Der Kanzler läuft auf Brüsseler Parkett darin zur Hochform auf
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt Politiker, die haben sehr spezifische Talente. Friedrich Merz gehört sicher dazu. Er hat eine starke ausgeprägte Neigung mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen frohen Mutes in die Schlacht zu ziehen, nicht ohne vorher seine Truppen durch flammende und vollmundige Reden ermutigt zu haben, um dann nach einem eher kurzen Gefecht als vollständig Geschlagener und gedemütigt das Feld zu verlassen.

Tross und Artilleriepark in Feindeshand, die meisten Fahnen auch und die Hälfte der Truppen gefallen oder desertiert, der Feldherr selbst mit Mühe und Not entkommen, so sehen die Schlachten meist aus, die Friedrich Merz schlägt.

Das galt schon seit der Wahlniederlage der Ampel-Regierung: Erst ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Schuldenbremse, dann wird sie mit den Stimmen der CDU weitgehend ausgehebelt. Nicht viel anders sieht es in der Wirtschafts- und Sozialpolitik aus, wo letztlich die SPD, die fast alle sinnvollen Reformen radikal ablehnt, das Heft in der Hand hält.

Auf einem Feld allerdings schien Merz doch noch eine leidlich gute Figur zu machen, auf dem Feld der Außenpolitik. Während Scholz eher ungeschickt agierte und auch von Deutschlands Partnern meist nicht sehr ernst genommen wurde, trat Merz sehr viel kraftvoller auf und mit Wadephul stand ihm ein Außenminister zur Seite, der vielleicht auf dem Trampolin eine schlechtere Figur machen würde als seine anmutige Vorgängerin, aber zum ersten Mal seit recht langer Zeit wieder die Würde seines Amtes zu verkörpern schien.

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